Immobilienpreise in & um Berlin 2026: Wo sich Kaufen (noch) lohnt – und wo Vorsicht besser ist
- Michael Fiedler

- 24. Okt.
- 3 Min. Lesezeit
Stand: Oktober 2025. Lesezeit: ~6 Minuten.
Berlin bleibt begehrt – doch der Markt ist differenzierter denn je. Während die Hauptstadt sich nach der Zinswende sichtbar stabilisiert, zeigen ländliche Räume rund um Berlin sehr unterschiedliche Bewegungen: vom Preisanstieg in gut angebundenen Speckgürtel-Lagen bis zu deutlichen Abschlägen in schrumpfenden Regionen. In diesem Überblick ordnen wir die aktuelle Lage ein, erklären die wichtigsten Treiber und geben konkrete Tipps für Käufer:innen, Verkäufer:innen und Investor:innen.
Das große Bild: Erholung – aber nicht überall gleich Immobilienpreise in & um Berlin 2026
Deutschlandweit hat sich der Wohnimmobilienmarkt 2025 gefangen: Preisindizes liegen wieder über Vorjahr und auch über dem Vorquartal – mehrere Plusquartale in Folge sprechen für eine echte Bodenbildung nach der Korrektur 2022/23.
Berlin in Zahlen: Stabil bis leicht steigend – je nach Bezirk
Gesamtstadt (Angebote): Ø ~4.800–4.900 €/m² für Eigentumswohnungen (Oktober 2025). In Toplagen höher, in Randlagen niedriger.
Bezirksbeispiele (Angebote):– Mitte: ca. 6.600 €/m² (ETW Ø).– Friedrichshain: ca. 5.700 €/m² (ETW Ø).
Einordnung: In gefragten Innenstadtlagen verdichten sich Signale einer leichten Erholung, während randständige Bestände stärker preissensibel bleiben (Zins, Instandhaltung, energetische Pflichten). Für Verkäufer:innen zählt jetzt Qualität und Präsentation; für Käufer:innen realistische Bewertung und Finanzierungsfitness.
Brandenburg & Speckgürtel: Gewinner, Mitläufer, Nachzügler
Rund um Berlin verlaufen die Linien nicht einheitlich:
Gewinnerregionen mit guter Anbindung & Naturlage (z. B. S-/Regio-Korridore, Seenlandschaften) verzeichnen teils spürbare Jahresanstiege – trotz klarer Preisabstände zur Hauptstadt.
Solide Mitläufer (klassischer Speckgürtel) stabilisieren sich oder ziehen moderat an – Angebot ist knapp, Neubau schwach.
Nachzügler/Schrumpfräume (weitere Peripherie) sehen teils anhaltenden Preisdruck – hier wirken Demografieund geringere Kaufkraft besonders stark.
Fallbeispiel Finsterwalde (Elbe-Elster)
Aktuelle Angebotswerte um ~1.100 €/m² bei ETW liegen deutlich unter Berliner Niveaus und stehen stellvertretend für Korrekturen abseits der Metropolen.
Warum die Unterschiede so groß sind
Zins & Erschwinglichkeit: Nach dem Zins-Schock 2022/23 dominiert 2025 Seitwärts bis leichte Entspannung. Eigenkapital bleibt der Engpass – vor allem außerhalb der Hotspots.
Demografie („Silver Tsunami“ – aber nicht flächendeckend): Alternde Eigentümerkohorten treffen in manchen Regionen auf weniger Käufer. Städte absorbieren viel davon; periphere Räume spüren den Druck stärker.
Neubau-Flaute: Baukosten & Genehmigungen drücken Fertigstellungen – knapper Neubau stützt Preise in den Nachfragezentren.
Lagequalität & Pendelzeit: ÖPNV-Anschluss, Taktung, Arbeitsorte, Schulen, Freizeitwert – all das preist der Markt inzwischen gnadenlos ein.
Was bedeutet das für dich? (Praxisleitfaden)
Wenn du in Berlin kaufst
Mikrolage checken: Innenstadtnah + guter Zustand = preisstabil bis leicht teurer. Randlagen/unsanierte Objekte verlangen härtere Due-Diligence (Modernisierung, WEG-Rücklagen, Heizung, Dach, Fassade).
Vergleichswerte realistisch wählen: Angebot ≠ Verkauf. Stütze dich auf realisierte Transaktionen (Gutachterausschuss) und nutze Angebote nur als Bandbreite.
Finanzierung fit machen: Tragfähige Rate > letzter Prozentpunkt Preisnachlass. Käufer:innen sind im Schnitt Ende 30 – je früher die Vorbereitung, desto besser die Konditionen.
Wenn du im Berliner Umland kaufst
Pendelkorridor bevorzugen: S-/Regio-Nähe & stabile Bevölkerung sind Preistreiber.
Zukunftsfähigkeit prüfen: Bevölkerungsprognosen, Arbeitsplatznähe, medizinische Versorgung, Schulen. Schrumpftrend = höheres Wiederverkaufsrisiko – kalkuliere konservativ.
Gesamtkosten im Blick: Nebenkosten (GrESt, Notar/GB, ggf. Makler) konsequent mitrechnen – oft entscheidend für die Leistbarkeit.

Wenn du verkaufst
Qualität schlägt Hoffnungspreis: Professionelle Aufbereitung (Unterlagen, Energie & Instandhaltung, klare Story) verkürzt die Vermarktungszeit – gerade jetzt.
Pricing mit Marktimpuls: Starte nahe am realistischen Zielpreis, nicht 10 % darüber. Die Nachfrage ist da – aber selektiv.
Timing: In nachgefragten Mikrolagen sind Q4/Frühjahr gute Zeitfenster; in strukturell schwächeren Märkten ist Geduld + Flexibilität gefragt.
Trend-Check 2025/26: Unsere Erwartung
Berlin: Seitwärts bis moderat steigend in gefragten Segmenten; Bestände mit Sanierungsstau bleiben zäh.
Speckgürtel: Gute Lagen mit Angebotsknappheit profitieren weiter; Preissprünge bleiben die Ausnahme.
Peripherie: Selektiv kaufen, strikt rechnen (Cashflow, CAPEX, Exit). Demografie wirkt in der Breite dämpfend.
Fazit
Immobilienpreise in & um Berlin 2026
Es gibt nicht den Berliner Markt – es gibt viele Mikro-Märkte. In der Hauptstadt ist 2025 eine tragfähige Bodenbildung zu sehen; in Brandenburg entscheidet die tatsächliche Lagequalität über Wertentwicklung. Wer jetzt strategisch vorgeht, kann Chancen nutzen – ohne die typischen Risiken zu übersehen.
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Links und Quellen zum Thema:




